Solides Davoser Handwerk

Die ZSC Lions sind wieder einmal harmlos und verlieren gegen den HC Davos 1:3

Für die Zürcher bleibt der HC Davos ein unergiebiger Gegner. Auch im vierten Duell in dieser Saison müssen die Lions ohne Punkte vom Eis. Der erste Davoser Sturm um Reto von Arx stellt mit drei Treffern den Sieg sicher.
Ulrich Pickel, Zürich

Obwohl der HC Davos im Hallenstadion nicht sein bestes Eishockey zeigen konnte, kassierten die Zürcher im bereits vierten Duell mit dem Meister nun schon den vierten Kinnhaken.

Das Resultat spiegelte die Tatsache, dass sich die Bündner mehr als der Gegner auf die Leistungsträger verlassen konnten. Die Formation mit Reto von Arx, Taticek und Bürgler zeichnete für die drei HCD-Tore verantwortlich. Die Entscheidung fiel zu Beginn des Schlussdrittels, als die Gäste innert weniger als vier Minuten aus einem 1:1 das 3:1 machten. Für das Heimteam war einzig Nylander kurz vor der zweiten Pause erfolgreich. Sein Treffer zum 1:1 brachte aber nur vorübergehend Hoffnung in ein Spiel zurück, das für die Zürcher von Beginn an unter keinem guten Stern stand. Angetrieben vom Ehrgeiz, die frühe Führung zu erzielen, interpretierte der Captain Seger sein Pflichtenheft als Verteidiger grosszügig. Er schaltete sich in der dritten Minute in den Angriff ein – und verlor prompt die Scheibe. Den anschliessenden Konter schloss Bürgler nach Vorarbeit von Reto von Arx problemlos ab.

Segers missglückter Ausflug nach vorne hatte Konsequenzen. Die Zürcher wirkten im ersten Drittel gehemmt und brachten kaum etwas Zwingendes zustande, den Davosern genügte solides Handwerk vor dem eigenen Tor und ein Plus in den Zweikämpfen an der Bande, um den Gegner nicht aufkommen zu lassen. Doch der HCD-Coach Del Curto traute der Sache lange nicht, immer wieder machte er seinem Unmut lautstark Luft. Er hatte wohl die beiden letzten Spiele gegen die Lakers und die Klotener noch im Kopf, in denen der Meister beide Male 2:0 geführt und dann doch noch verloren hatte. Del Curtos Anspannung war nicht grundlos. Seine Mannschaft musste im Hallenstadion ohne sechs Stammspieler und mit nur drei Ausländern antreten, was dazu führte, dass ein halbes Dutzend Teenager in die Lücke springen musste. Mit zahlreichen Verletzungen hatte der HCD auch in der Vorsaison schon zu kämpfen, doch in diesem Jahr gehen die Absenzen etwas mehr zulasten der Konstanz als auch schon.

Die Sorgen Del Curtos erwiesen sich letztlich aber als überflüssig. Der Meister brachte den Vorsprung insgesamt sicher über die Zeit und bewegte sich auch mit reduziertem Kader auf festem Fundament: Die Jugend kämpfte, und auf die Leader war Verlass. Letzteres war bei den Zürchern nicht der Fall. Es gelang ihnen zwar, ab dem zweiten Drittel das Geschehen ausgeglichen zu halten, doch das Unvorhersehbare in ihrem Spiel fehlte. Und auch im Powerplay blieben die Lions wieder einmal ohne Zählbares. Nur die Linie mit dem einmal mehr starken Kenins, der neben Nylander und Bastl stürmte, sorgte in der Offensive für etwas Musik. Der Rest der Zürcher mühte sich stets redlich ab, blieb aber biederes Mittelmass.