Jan von Arx: Der «kleine Rebell»
Dass
Jan von Arx ein «kleiner Rebell» ist und gerne mal seinen
Emotionen freien Lauf lässt, wissen alle, die sich mit dem HC
Davos beschäftigen. Bisher machte Jan von Arx als «kleiner
Bruder» von «RvA» Schlagzeilen als laufstarker und
wendiger Verteidiger, doch seit Juni 2006 gilt er als
«Canabis-Dopingsünder».
Jan von Arx wird gerne als «Westentaschen-Coffey»
bezeichnet, denn er kann Eislaufen wie ein Eiskunstläufer. Der
Rechtsverteidiger (Geb.Dat.: 09.02.78, Grösse: 172 cm, Gewicht: 74
kg) mit der Rückennummer 78 ist aus der NLA kaum mehr wegzudenken.
Canabis-«Sünder»
Aber nun werden die Fans während sechs Monaten auf ihn verzichten
müssen: Während den Playoffs 2006 wurde Jan von Arx von
Dopingfahndern von Swiss Olympic getestet und ihm wurde
Canabis-Gebrauch nachgewiesen. Da diese Substanz zwar kein
«klassisches hartes Dopingmittel» ist, wie EPO oder andere
Dopingmittel zur Leistungssteigerung, aber dennoch auf der Dopingliste
steht, muss Jan von Arx eine sechsmonatige Sperre verdauen.
«Artist auf Kufen»: Einer der besten Schlittschuhläufer der NLA
Jan von Arx, auch oft «der kleine von Arx» gerufen, ist ein
Artist auf Kufen, ein «Paul Coffey des armen Mannes». Das
Leichtgewicht hat das Potenzial zu viel mehr Toren als
Offensivverteidiger mit grossem Speed. Was viele oft vergessen: Jan von
Arx ist einer der besten Skater in der Schweiz und erstaunlich zäh
trotz der geringen Körpergrösse.
Der Bruder von Reto von Arx ist schon längst aus dem langen
Schatten seines zwei Jahre älteren Bruders getreten. Jan von Arx
ist nach wie vor, wenn auch in letzter Zeit nicht mehr so oft bewiesen,
einer der kreativsten Verteidiger auf Schweizer Eis.
In der Saison 2004/05 litt er unter der Tatsache, dass er im Powerplay
aufgrund der Präsenz der NHL-Profis nicht mehr so oft zum Einsatz
kam und so kaum auf die angestrebte Eiszeit und Punktezahl kommen
konnte. Dennoch: Im Boxplay ist er wertvoll, weil flink und zäh.
Der «heimliche Rock’n’Roller»
Jan von Arx ist aber auch ein heimlicher
«Rock’n’Roller». Sowohl privat wie auch auf dem
Eis lässt er es gerne mal richtig krachen. Er kann giftig und
furchtlos sein, auch gegen Spieler, die leicht einen Kopf grösser
und 20 Kilo schwerer sind. Seine besten Vorzüge sind die
Zähigkeit und eine gewisse Schläue im Spiel.
Er checkt dank seiner läuferischen Klasse und seiner Flinkheit
auch gerne mal einen grossgewachsenen Gegner.
Koordinationsfähigkeit und eine sehr gute Schusstechnik tun ihr
Übriges dazu, um Jan von Arx seit Jahren zu einem bestandenen
NLA-Stammspieler werden zu lassen.
Eishockey.ch- Scouting Report Jan von Arx
JW. - Notengebung 1 bis 7 gemäss einem international anwendbaren Notenschlüssel.
7 = herausragend/Weltklasse, 6= Internationale Klasse, 5= NLA-Spitze,
4= NLA-Durchschnitt, 3= Rollenspieler, 2= NLA-würdig aber mit
Mängel, 1= NLA-unwürdig
Technik/Skating: 6
Mentale Stärke: 4
Physis: 4
Kondition: 4,5
Disziplin: 4
Taktisches Verständnis: 4,5
Schusstechnik: 5
Killer Instinkt: 4
Belastbarkeit: 5,5
Zukunftsaussichten: 4
Total: Note 4,55
Von Joël Wüthrich, Working Press Basel-Montreal (Quelle: eishockey.ch)